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Herzratenvariabilität und Biofeedback-Training

Zur Verminderung von Stress und seiner vegetativen Symptome kann ein Biofeedback-Training durchgeführt werden, indem man eine Vergrößerung der Herzratenvariabilität anstrebt.

Die Herzratenvariabilität ist zum Biofeedback-Training ziemlich universell einsetzbar. In der Stressmedizin und Psychophysiologie wird das HRV-Biofeedback z.B. bei Depressionen, Herzerkrankungen, Asthma, Angststörungen und Schlaflosigkeit eingesetzt. Auch im Coaching und im Leistungssport ist ein HRV-Biofeedback verbreitet. Die Verbesserung der HRV und Kohärenz von Atmung und Herz kann beim Abbau von Anspannungen helfen, bei der Bewältigung von Stress und Angst, und dazu beitragen, im Alltag gelassener zu reagieren. Sollten Sie an einer Erkrankung leiden, führen Sie keine Behandlung in Eigenregie durch und konsultieren Sie immer einen Therapeuten. Der eSense Pulse ist kein Medizinprodukt und darf ausschließlich zur Stressreduktion eingesetzt werden.

Der eSense Pulse ist ein sehr präzises Gerät. Es kann die Herzschläge erfassen und z.B. als Messkurve darstellen. Sehen Sie sich das folgende Beispiel einer Messung in Ruhe und bei gleichmäßiger, langsamer Atmung an:

Beispielhafte Messkurve eSense Pulse in Ruhe und
ausgeprägter Herzratenvariabilität.

Wie Sie in dem obigen Beispiel sehen können, ist die Kurve eine deutliche Sinuskurve und die Amplituden relativ gleichmäßig.

Das Ziel des HRV-Biofeedbacks liegt darin, die Herzratenvariabilität zu vergrößern, konkret dessen Amplitude zu steigern. Mit anderen Worten den Unterschied zwischen niedrigem Herzrhythmus und hohem Herzrhythmus beim Wechselspiel von Ein- und Ausatmung, Ruhe sowie Anforderungen zu maximieren. Daneben soll die Kurve möglichst gleichmäßig sein.

Unter Anforderungen und bei ungleichmäßiger Atmung vermindert sich die HRV und dessen Kurvenform deutlich, wie folgende Abbildung zeigt:

Beispielhafte Messkurve eSense Pulse bei Anspannung oder Anforderungen
und gering ausgeprägter Herzratenvariabilität.

In diesem obigen Beispiel ist die Kurve ungleichmäßig, die Ausschläge unterschiedlich stark und in der Form ständig wechselnd. Bei ungefähr 4:30 – 4:50 und 5:20 – 5:30 ist darüber hinaus der Graph sogar eine fast gerade Linie.

Wird die Atmung mit einbezogen, so gibt es in der eSense App verschiedene Möglichkeiten diese zu visualisieren und eine Atmung in einem bestimmten Rhythmus vorzugeben. Die Kopplung von Herzschlag und Atmung ist bei den meisten Menschen am größten, wenn mit etwa 4,5 bis 6,5 Atemzügen pro Minute geatmet wird.[1]

In der eSense-App können Sie ein freies Training durchführen oder vorgegebene Prozeduren absolvieren. Dabei wird häufig die Amplitude der HRV rückgemeldet und eine Steigerung ist an ein positives, eine Absenkung an ein negatives Feedback gekoppelt. Auch eine Veränderung der Atmung wird an das Feedback gekoppelt.


[1] Lehrer, P. M. (2013). How does heart rate variability biofeedback work? Resonance, the baroreflex, and other mechanisms. Biofeedback, 41, 26-31.

Als Feedback gibt es z.B. ein Video, welches im positiven Fall weiterläuft (im negativen Fall stoppt), eine Musik, deren Lautstärke sich verändert, Töne, die sich im Klang verändern, eine Vibration des Smartphones und vieles mehr. Besonders interessant ist die Funktion, eine smarte Glühbirne (Philips Hue oder Magic Blue) zu steuern, wodurch die Herzratenvariabilität sich in der Veränderung von Farbe und Helligkeit einer oder mehrerer Lampen widerspiegelt. Sie können so mit Ihrem Stresslevel einen ganzen Raum erleuchten lassen.

Eine Biofeedback-Trainingseinheit besteht aus 4 Trainingsphasen. Planen Sie für die erste Einheit etwa 60 bis 90 Minuten Zeit ein, in der Sie das Training ungestört und am Stück durchführen können. Genaue Anweisungen finden Sie im Kapitel „Ablauf eines Trainings“.

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